"Untitled Post" - Views: 134 · Hits: 134 - Type: Public

https://www.youtube.com/watch?v=SF9bJCH1Qck
https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_J._Patzelt
https://en.wikipedia.org/wiki/Roman_Rafreider

ZIB: "In Dresden begrüße ich den Politikwssenschaftler Werner Patzelt, schönen guten Abend, Herr Professor!"

(ZIB: "In Dresden I welcome the political scientist Werner Patzelt, good evening, Professor!")

Patzelt: "Schönen guten Abend." ( Patzelt: "Good evening.")

ZIB: "Warum immer wieder Sachsen? Warum auch immer wieder Chemnitz?"

(ZIB: "Why Saxony again and again? Why again and again Chemnitz?")

Patzelt: Zum einen dürfte es auch ein Bericherstattungs-Effekt sein, denn man berichtet gern aus Sachsen, insbesondere über rechtsradikale Umtriebe. Aber wesentlich ernster: Es ist so, daß in Sachsen sich als erstem Bundesland der Protest gegen die Einwanderungspolitk der deutschen Bundesregierung entfaltet hat.

Damals hat man, als die PEGIDA-Demonstrationen in Dresden waren, gesagt, das alles sind ja keine echten Probleme, es wird mit der Einwanderung keine Probleme geben, wir schaffen das, und wer etwas anderes vermutet, der versteht nichts von der Sache, der ist dumm, der ist uninforiert oder er trägt 'Kälte und Haß im Herzen', wie es die deutsche Kanzlerin sagte.

Das haben ih viele Sachsen verübelt, viele haben seitdem einen großen Zorn auf die politische Führung im Land. Und nachdem nun vieles von dem eingetreten ist, wovor Einwanderungskritiker gewarnt haben, fühlen sich nun viele trotzig bestärkt in dem, wie sie die Sache gesehen haben, und dann führen solche Anlässe wie unlängst in Chemnitz zu sehr großen Demonstrationen und Emotionsausbrüchen.

(Patzelt: "On the one hand, it might also be a reporting effect, because the media likes to report from Saxony, especially about right-wing radical activities. But much more seriously: It is in such a way that in Saxonia as first federal state the protest against the immigration politics of the German Federal Government unfolded itself.

At the time, when the PEGIDA demonstrations were in Dresden, it was said that all these were not real problems, that there would be no problems with immigration, that we would manage to do that, and anyone who suspects otherwise would not understand anything about the matter would be stupid, uninformed or carrying 'coldness and hatred in his heart', as the German Chancellor said.

Many Saxons have resented that, many have since had a great anger for the political leadership in the country. And now that much of what immigration critics have warned against has happened, many feel defiantly strengthened in the way they have seen things, and then events like the recent one in Chemnitz lead to very big demonstrations and emotional outbursts.")

ZIB: "Der Innenminister von Sachsen, Roland Wöller, hat gesagt: 'Das, was hier passiert ist in Chemnitz ist neu, diese Eskalation.' Stimmt das, kommt das wirklich so überraschend?"

(ZIB: "The Interior Minister of Saxony, Roland Wöller, has said: 'What happened here in Chemnitz is new, this escalation. Is that true, is it really that surprising?")

Patzelt: "Es kommt nicht wirklich überraschend. Dort, wo in den letzten Jahren etwa Mädchen von Migranten vergewaltigt und auch getötet worden sind, gab es auch Demonstrationen, aber es gab nie eine solch rasche und starke Mobilisierungs-Wirkung wie am letzten Wochenende In Chemnitz.

Daß ein Deutscher erstochen wird, zwei weitere schwerverletzt im Krankenhaus liegen, das verbreitete sich schnell in den entsprechenden sozialen Medien. Es mobilisierte die AfD, es mobilisierte einen Fußballklub. Es kamen sehr, sehr Viele in sehr kurzer Zeit. Und anschließend gab es dann noch eine Demonstration mit 5-6000 Demonstranten und ungefähr halb so vielen Gegendemonstraten.

Das ist schon etwas, was an Geschwindigkeit und Wucht bislang in Deutschland nicht da gewesen ist. Die traurige Nachricht ist, wir werden uns darauf einstellen müssen, denn eine multiethnische und und multikulturelle Migranten-Gesellschaft, die entsteht nun einmal nicht ohne Konflikte."

(Patzelt: "It does not really come as a surprise. Where, for example, girls have been raped and killed by migrants in recent years, there have also been demonstrations, but there has never been such a rapid and strong mobilization effect as last weekend in Chemnitz.

The fact that a German was stabbed to death and two others were seriously injured in hospital quickly spread in the relevant social media. It mobilised the AfD, it mobilised a football club. Very, very many came in a very short time. And then there was a demonstration with 5-6000 demonstrators and about half as many counter-demonstrators.

That's something that hasn't been there in Germany so far in terms of speed and force. The sad news is, we will have to adjust to it, because a multi-ethnic and multicultural migrant society, which does not come into being without conflicts.")

ZIB: "Verstehe ich Sie richtig, Sie meinen, das ist erst der Anfang von mehr?"

(ZIB: "Do I understand you correctly, you mean this is just the beginning of more?")

Patzelt: "Mir scheint, daß die Hoffnung völlig illusorisch ist, zu glauben, daß damit nun alles zur Ruhe gekommen ist. Immerhin wird der Wandel der deutschen Gesellschaft zu einer Migrations-Gesellschaft insbesondere in Ostdeutschland gegen den ausdrücklichen Willlen einer nennenswerten Minderheit in der Bevölkerung durchgeführt, und wir haben bislang keine vernünftige Integration der Migranten, wie denn auch, wenn so viele in so kurzer Zeit ins Land kommen?

Und das sind ja viele junge Leute, die keine Arbeit finden, die in ihren besten Jahren sich ausgegrenzt empfinden, die auch keine Frauen finden. Das solche Leute nicht zum sozialen Wohlverhalten mitteleuropäischer Art neigen, das dürfte ja einem jedem einleuchten.

Und nachdem wir mit der Zuwanderung so schnell kein Ende finden werden, und nachdem es uns gewiß auch nicht gelingen wird, die ungefährt 700.000 Ausreisepflichtigen zum tatsächlich Ausreisen zu bringen, ist zu erwarten, daß derlei Zusammenstöße und anschließende Konflikte weiterhin bei uns sich ereignen werden."

(Patzelt: "It seems to me that the hope of believing that everything has now settled down is completely illusory. After all, the transformation of German society into a migration society is being carried out, particularly in eastern Germany, against the express will of a significant minority of the population, and so far we have no reasonable integration of the migrants, how can we, when so many come to the country in such a short time?

And there are many young people who cannot find work, who feel marginalised in their prime years, who cannot find women either. The fact that such people do not tend to the social good behaviour of Central European kind, that should be obvious to everyone.

And since we will not be able to put an end to immigration so quickly, and since we will certainly not be able to bring the 700,000 or so people who have to leave the country to actually leave it, it is to be expected that such clashes and subsequent conflicts will continue to take place in our country.")

ZIB: "Kann man denn diese Menschen, die so gewaltbereit sind, und andere Menshen durch die Gegend jagen mit allen möglichen Mitteln, kann man die überhaupt noch erreichen, kann die Politik diese noch erreichen außer der AfD?"

(ZIB: "Is it still possible to reach these people, who are so ready to use violence and chase other people through the area by all possible means, at all? Can politics still reach them, except the AfD?")

Patzelt: "Gewalttätige Leute kann die Polizei identifizieren, die kann man anschließend den Gerichten zuführen und abstrafen. Die innere Haltung dergestalt, daß man sich gegen den Staat wehren müsse, weil der Staat seine Bürger nicht ernstnehmen und nicht zu schützen in der Lage sei, diese Haltung kann man nur durch eine Politik in Ordnung bringen oder korrigieren, die vor Augen führt, daß der Staat handlungsfähig ist und sehr wohl öffentliche Sicherheit garantieren kann.

Die Voraussetzung dafür ist aber das Beheben der Fehler unserer Migrationspolitik, man muß den Zustrom von Migranten stark drosseln, man muß dafü sorgen, daß die Festellungs-Verfahren, ob jemand bleibeberechtigt ist, beschleunigt werden.

Man muß Nicht-Bleibeberechtigte ausweisen, man muß die Attraktivität des deutschen Sozialstaates für Leute mindern, denen anderswo auf der Welt ein wesentlich weniger gutes Leben als in Deutschland winkt, und man muß insbesondere ein Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz machen, das es uns erlaubt, genau jene hochqualifizierten Leistungsträger der unterschiedlichsten Berufe anzuziehen, die wir benötigen, um unsere überalternde Gesellschaft aufrechtzuerhalten.

Und gelänge das, dann erhalten wir allmählich auch ein anderes Bild des Migranten. Es wäre nicht ein unerzogener Analphabet, der sich nicht integrieren will und von deutschen Sozialstaat lebt, sondern der Zuwanderer wäre ein Leistungsträger, der gerne in Deutschland ist, der sich in die deutsche Gesellschaft integrieren will, auf den wir stolz sind, und für dessen Ankunft in Deutschland wir dankbar wären.

Indem man das alles aber beschreibt, erkennt man, welch große Räder noch zu drehen sind und wie lange das alles noch dauern wird, wenn es denn überhaupt einestages zu dem von mir beschriebenen Zustand kommen sollte, welcher die Ursachen der Gewalttätigkeit und der Xenophobie in Deutschland zu beseitigen verspräche."

(Patzelt: "Violent people can be identified by the police, who can then be brought before the courts and punished. The internal attitude that one has to defend oneself against the state because the state does not take its citizens seriously and is not in a position to protect them can only be put in order or corrected by a policy that demonstrates that the state is capable of acting and can very well guarantee public security.

The prerequisite for this, however, is the correction of the errors in our migration policy, we must greatly curb the influx of migrants, we must ensure that the procedures for establishing whether someone is entitled to remain are speeded up.

We must expel those who are not entitled to remain, we must reduce the attractiveness of the German welfare state for people who have a much less good life elsewhere in the world than in Germany, and, in particular, we must make an immigration law for skilled workers which allows us to attract precisely those highly qualified top performers from the most varied professions who we need in order to maintain our ageing society.

And if we can do that, we will gradually get a different image of the migrant. It would not be an illiterate person who does not want to integrate himself and lives off the German welfare state, but the immigrant would be a service provider who likes to be in Germany, who wants to integrate himself into German society, of whom we are proud, and for whose arrival in Germany we would be grateful.

But by describing all this, one realizes what big wheels still have to be turned and how long it will all last, if one day the state I have described should come to pass that promises to eliminate the causes of violence and xenophobia in Germany.")

ZIB: "Es wird sozusagen alles sehr lange dauern, wenn es denn überhaupt klappt. Nächstes Jahr sind Landtagswahlen in Sachsen, was erwarten Sie da?"

(ZIB: "Everything will take a very long time, so to speak, if it works at all. Next year there will be state elections in Saxony, what do you expect there?)

Patzelt: "Bislang hielt ich es für ausgeschlossen, daß die AfD die stärkste Partei werden könnte. Aber Vorfälle wie in Chemnitz und insbesondere die mediale Berichterstattung in Chemnitz, die sich im wesentlichen auf die Demonstrationen der Empörten fokussierte und nicht auf die vorhergehende kriminelle Tat, solche Bericherstattung und manch anderes, was in den letzten Wochen in Sachsen sich zugetragen hat, ist alles Wasser auf die Mühlen der AfD. Und ich befürchte, daß immer mehr Leute in Deutschland den etablierten politischen Parteien kündigen und in Protest-Wahlverhalten ihre Zuflucht suchen."

("So far, I have considered it impossible for the AfD to become the strongest party. But incidents like in Chemnitz and especially the media coverage in Chemnitz, which focused essentially on the demonstrations of the outraged and not on the previous criminal act, such coverage and many other things that have happened in Saxony in recent weeks, are all water on the mills of the AfD. And I fear that more and more people in Germany will resign from the established political parties and seek refuge in protest electoral behaviour.")

ZIB: "Herr Professor Patzelt, ich bedanke mich ganz herzlich, daß Sie sich die Zeit genommen haben, einen schönen Abend nach Dresden, dankeschön!"

("Professor Patzelt, thank you very much for taking the time. Have a nice evening in Dresden, thank you!")

ZIB: "Das Gespräch haben wir aus Termingründen am Abend aufgezeichnet, und jetzt gerade wird bekannt, daß es Rechtsradikalen offenbar gelungen ist, an den Haftbefehl gegen einen der beiden Inhaftierten zu kommen, und den dann mit vollem Namen des mutmaßlichen Täters ins Internet zu stellen, auch mit weiteren Details über den Tathergang, wie oft beispielsweise auf das Opfer eingestochen wurde.

Nach Recherchen der Tagesschau, also der Kollegen von der ARD, ist das Dokument echt. Das sächsische Inneministerium spricht von einem Leak und schreibt auf Twitter, daß es nicht nachvollziehbar sei, woher die Bilder von dem Haftbefehl kämen. Das dürfte jedenfalls auch noch Wellen schlagen."

(ZIB: "We recorded the conversation in the evening for scheduling reasons, and it is now becoming known that right-wing radicals apparently managed to get the arrest warrant against one of the two detainees and then put it on the Internet with the full name of the suspect, including further details about the course of events, such as how often the victim was stabbed.

According to research by the Tagesschau, i.e. the colleagues from ARD, the document is genuine. The Saxon Ministry of the Interior speaks of a leak and writes on Twitter that it is not comprehensible where the pictures of the arrest warrant came from. That should also make waves.")